Ich habe eine Zeit lang mit Trinkgürtel 40-minütige Runden gedreht. Es war
unbequem, es war unnötig, und es hat mir vor allem ein Gefühl von Ernsthaftigkeit
gegeben.
Die einfache Version
Unter einer Stunde, bei normalen Temperaturen: nichts. Vorher normal
getrunken haben reicht, danach normal weitertrinken auch. Der Flüssigkeitsverlust
in dieser Zeit ist etwas, womit der Körper problemlos umgeht.
Ein bis zwei Stunden: nach Durst. Wenn ich Durst habe, trinke ich; wenn
nicht, nicht. Ein paar Schlucke alle 15 bis 20 Minuten sind bei Hitze
vernünftig.
Über zwei Stunden oder bei großer Hitze: dann wird es ernsthafter, dann
gehören auch Elektrolyte dazu, und dann ist es wert, das im Training zu üben
statt im Wettkampf zu improvisieren.
Die Sache, über die zu wenig gesprochen wird
Zu viel zu trinken ist gefährlicher als zu wenig. Wer über Stunden mehr
Flüssigkeit aufnimmt, als er verliert, kann die Natriumkonzentration im Blut
verdünnen — eine Belastungshyponatriämie. Das ist selten, es passiert fast
ausschließlich bei langen Belastungen, und es betrifft typischerweise langsamere
Teilnehmer, die an jeder Station brav trinken, weil sie es so gelernt haben.
Die moderne Empfehlung im Ausdauersport hat sich deshalb von „trink nach Plan,
bevor du Durst hast” zu „trink nach Durst” verschoben.
Durst ist kein schlechter Sensor. Er ist genau der Sensor, für den er gebaut
wurde.
Was ich benutze
Bei bis zu 90 Minuten: nichts. Darüber: eine weiche Flasche in der Hand oder
eine Laufweste, weil ein Gürtel bei mir immer verrutscht. Im Sommer plane ich
Runden so, dass ein Trinkbrunnen oder ein Supermarkt auf der Strecke liegt — das
ist bequemer als jede Ausrüstung.
Elektrolyte
Für normale Läufe unter zwei Stunden: nicht nötig, das Salz kommt aus dem Essen.
Für lange Läufe bei Hitze, oder wenn ich hinterher weiße Salzränder auf dem
Shirt habe: eine Elektrolyttablette in die Flasche. Mehr Aufwand als das
betreibe ich nicht, und ich habe nie das Gefühl gehabt, dass mir etwas fehlt.