Intervalle haben für mich lange nach Leistungssport geklungen — nach Bahn,
Stoppuhr und Menschen, die ihre Zeiten auswendig können. Sie sind schlicht die
einzige Einheit, die etwas reizt, das lockere Kilometer nicht erreichen.
Warum überhaupt
Lockere Läufe bauen die Basis. Irgendwann wird die Basis breiter, ohne höher zu
werden: Man läuft lange und fühlt sich gut, wird aber nicht schneller. Eine
harte Einheit pro Woche ändert das — und eine reicht, solange der Rest der
Woche wirklich locker ist.
Die Einheit, die ich mache
Fünf mal drei Minuten, drei Minuten Trabpause.
- 15 Minuten locker einlaufen.
- 5 × 3 Minuten in einem Tempo, das sich nach etwa 8 von 10 anfühlt: Ich kann
ein Wort sagen, keinen Satz. Nicht Sprint. Das letzte Intervall soll hart
sein, aber machbar.
- Dazwischen 3 Minuten sehr locker traben oder gehen.
- 10 Minuten auslaufen.
Insgesamt gut 50 Minuten. Keine Bahn nötig, kein Tempo-Ziel — das Tempo ergibt
sich aus dem Gefühl, und an schlechten Tagen ist es langsamer. Das ist
beabsichtigt.
Die Regel, die ich einhalte
Wenn das letzte Intervall deutlich langsamer ist als das erste, war das erste
zu schnell. Nicht: „Ich muss härter werden.” Gleichmäßig ist besser als
heldenhaft, und ein gleichmäßiger Satz Intervalle ist der einzige Satz, aus dem
man etwas lernt.
Die Einheit ist gelungen, wenn man am Ende noch ein sechstes hätte machen
können. Nicht, wenn man auf dem Boden liegt.
Warum keine zweite
Ich habe es probiert. Sechs Wochen mit zwei harten Einheiten, dann eine
Achillessehnenreizung, dann acht Wochen vorsichtig. Für jemanden, der drei- bis
viermal pro Woche läuft, ist eine harte Einheit das, was die Woche verträgt.
Zwei funktionieren, wenn man fünf- bis sechsmal läuft und der Rest wirklich
locker ist — und „wirklich locker” ist der Teil, an dem es scheitert.
Wann gar keine
- In den ersten sechs Monaten überhaupt. Da bringt jeder zusätzliche lockere
Kilometer mehr.
- In Wochen mit wenig Schlaf.
- Wenn irgendetwas zwickt. Intervalle sind die Einheit, in der aus „zwickt”
zuverlässig „verletzt” wird.
- Am Tag vor oder nach dem langen Lauf.
Alternative ohne Uhr
Fahrtspiel: locker laufen und zwischendurch nach Lust und Laune beschleunigen —
bis zur nächsten Laterne, den Hügel hoch, zwei Minuten bis zur Brücke. Derselbe
Effekt, weniger Buchhaltung, und an dunklen Winterabenden das Einzige, was ich
mache.