Lauf & Luft

Ein Lauftagebuch. Langsam, draußen, meistens zufrieden.

Ausdauer23. Oktober 2026 · 6 Min.

Ausdauer ohne Training: was AICAR und SLU-PP-332 wirklich gemessen haben

Zwei Substanzen werden als Trainingsimitation verkauft, weil sie in Mäusen ein Ausdauerprogramm in Genen auslösen, das dem Aeroben Training ähnelt. In Menschen hat keine der beiden eine kontrollierte Studie, die Ausdauer misst. Beide stehen seit 2009 auf der Sperrliste, und 2026 erscheint die Analytik, um sie im Urinal nachzuweisen.

Reifbedeckte Waldstraße in einer weiten Kurve durch einen Kiefernwald im Morgengrauen, Dunst zwischen den Stämmen, an einem Ast links zwei Turnschuhe aufgehängt, tiefstehende Sonne über einem bewaldeten Rücken

Die Idee dahinter ist naheliegend: Wenn Training ein Genprogramm im Muskel startet, warum sollte man es nicht mit einem Wirkstoff starten können?

Kurz gesagtFür AICAR und SLU-PP-332 gibt es keine kontrollierte Studie an Menschen, die Ausdauer misst — es gibt Mäuse, Zellkulturen und Nachweisverfahren.

Man gibt sich im Winter mit einem Schneeschuhlauf keine Blamage, wenn man auf einem Diskussionsthread von Substanzen liest, die das Training imitieren sollen. Die Idee ist bestechend und sie ist nicht erfunden: Wenn Muskularbeit ein Genprogramm in der Zelle startet, dann wäre es doch logisch, dieses Programm auch pharmakologisch einzuschalten. Genau das haben zwei Moleküle vor, und eines davon heißt so, wie es wirkt.

Die Rede ist von AICAR und von SLU-PP-332. Beide tauchen in Lauf-Foren regelmäßig auf, beide werden im Fitness-Zubehör als Pulver verkauft, und beide stehen seit 2009 auf der Sperrliste der Welt-Anti-Doping-Agentur. Was sie in der Fachliteratur haben, sind Versuche an Mäusen, an Zellkulturen und in den vergangenen Jahren zunehmend Analysenverfahren, um sie im Urinal nachzuweisen. Was sie nicht haben, ist eine kontrollierte Studie an Menschen, die Ausdauer misst. Dieser Satz ist keine rhetorische Wendung, sondern der Stand der Felderung, und der Rest dieses Textes ist der Beleg dazu.

Wie die Idee entstand

Der Begriff kam 2008 aus dem Genexpression-Labor von Ronald Evans am Salk Institute in La Jolla. Zwei Stoffe fielen auf: GW501516, ein Agonist des Peroxisom-Proliferator-aktivierten Rezeptors delta, und AICAR. In Nagern lösten beide eine mehrdirektionale Umstellung des Muskelstoffwechsels aus, steigerten die Oxidation von Fettsäuren und führten zum Umbau des Muskels. Das war 2008 eine so gute Nachricht für die Medizin, dass beide als Kandidaten gegen Fettleibigkeit und Typ-2-Diabetes galten.

AICAR: der Weg über die AMP-Kinase

AICAR steht für 5-Aminoimidazol-4-carboxamid-ribonukleosid und wirkt an einem sehr alten, sehr einflussreichen Schalter: der AMP-aktivierten Proteinkinase. Dieses Enzym wird aktiv, wenn in der Zelle der Energiezustand kippt, also bei Muskelkontraktion oder bei Sauerstoffmangel. Die Arbeitsgruppe um Laurie Goodyear am Joslin Diabetes Center in Boston hat den Zusammenhang 2003 sauber beschrieben: In isolierten Rattenmuskeln ging die Aktivierung der AMP-Kinase mit einem Anstieg des Glukoseaufnahms einher, und zwar über einen Mechanismus, der unabhängig vom Insulin ins Spiel kommt. Bei Nagern senkte AICAR den Blutzucker. Genau das macht die Substanz für Stoffwechselkrankheiten interessant.

Und genau hier wird es für den Läufer interessant. Eine Studie von 2016 im Cell Metabolism, geschrieben von einem Team um Hyung Yun Moon am US National Institute on Aging in Baltimore, zeigte an Zellkulturen von Skelettmuskelzellen, dass AICAR behandelte Zellen mehr Cathepsin B ausschieden als unbehandelte. In Menschen und Rhesusaffen wiederum stieg die Plasmakonzentration dieses Proteins nach Laufbandtraining. In der Menschengruppe korrelierte der Anstieg mit der körperlichen Fitness und mit der hippampusabhängigen Gedächtnisleistung.

Der Weg ist also in Menschen gemessen worden. Aber an einem anderen Ende: dort, wo der Mensch trainiert. Die Aussage dieser Arbeiten lautet nicht, dass AICAR das Training ersetzt, sondern dass Training ein Signalprotein freisetzt, das AICAR in Kultur auslöst. Die Umkehrung dieses Gedankens ist bis heute in keiner kontrollierten Studie an Menschen geprüft worden.

SLU-PP-332: das zweite Molekül

Beim zweiten Stoff ist die Datenlage noch dünner, weil er jünger ist und weil er eine eigene Wirkklasse hat. SLU-PP-332 ist ein Agonist der Estrogen-Related-Receptor-Rezeptoren alpha, beta und gamma, die als Waisenrezeptoren bekannt sind und im Muskel das Genprogramm des aeroben Trainings kontrollieren. Die Substanz wurde 2023 von einem Team um Thomas Burris beschrieben, unter dessen Mitautoren auch Ronald Evans steht, dessen Labor den Begriff 2008 geprägt hatte.

Beschrieben wurde sie zunächst als chemische Sonde, nicht als Medikament: In Mäusen löste sie ein akutes aerobes Trainingsprogramm aus und steigerte die Ausdauerkapazität. Eine Folgearbeit an diabetischen und fettleibigen Mäusen fand gesteigerten Energieumsatz, gesteigerte Fettsäureoxidation, eine geringere Fettmasse und eine bessere Insulinsensitivität. Eine Arbeit im Circulation-Fachblatt 2024 testete die Substanz am druckbelasteten Mausherzen: bessere Auswurffraktion, weniger Fibrose, höhere Überlebensrate. Der gleiche Artikel räumt im Abschnitt zu den Interessenkonflikten ein, dass ein Autor Mitgründer und Berater einer Firma ist, die genau an diesem Wirkfeld arbeitet.

2026 kam eine systematische Übersichtsarbeit aus Chile dazu. Ihr Abstract nennt SLU-PP-332 und SLU-PP-915, und ihre Methodenbeschreibung ist die eigentliche Nachricht: Die Autoren haben die Literatur von 2020 bis 2024 durchsucht und experimentelle Studien an Tieren und in Zellmodellen eingeschlossen. Ihre Schlussfolgerung ist eine Aufforderung, keine Bilanz — klinische Studien an Menschen seien nötig, um Wirkung und Sicherheit zu bestätigen. Eine Arbeit von 2026 hat außerdem SLU-PP-915 als oral bioverfügbaren Agonisten charakterisiert, während sie für SLU-PP-332 ausdrücklich fehlende orale Bioverfügbarkeit festhält.

Der Nachweis ist dem Nutzen voraus

Ein Detail aus 2026 ist aufschlussreicher als die Mausdaten. Zwei Analytik-Arbeitsgruppen haben die Stoffwechselprodukte von SLU-PP-332 selbst charakterisiert. Die eine nahm gepoolte menschliche Leber-S9-Fraktionen und identifizierte 22 Metabolite. Die andere stellte SLU-PP-332 und SLU-PP-915 nebeneinander, mit menschlicher Leber-S9-Fraktion und zusätzlich Lebermikrosomen, und fand neun Metabolite für die eine und sieben für die andere Substanz. Beide Gruppen nennen als Motivation die Antidoping-Analytik. Anders gesagt: Bevor jemand die Frage stellt, ob der Stoff bei einem Menschen überhaupt etwas leistet, wird daran gearbeitet, ihn nach dem Sport in der Probe zu finden. Die WADA verbietet Trainingsimitate und metabolische Modulatoren ausdrücklich, und AICAR steht seit 2009 auf der Liste, seit die Drogerie und das Labor einander in die Quere kamen.

Ein kleiner Nebeneffekt ist in derselben Familie zu beobachten. Das Molekül GDF15 gilt als Stresssignal, das bei langem Ausdauertraining im Blut steigt und dort Werte erreicht, die sonst nur bei Krankheiten vorkommen. Eine Endokrinologie-Uebersichtsarbeit von 2022 nennt unter den Stoffen, die GDF15 anheben, neben Metformin und Colchicin auch AICAR. Das ist kein Nachweis für einen Nutzen beim Menschen. Es ist ein Hinweis darauf, dass diese Substanzen an denselben Schaltsitzen sitzen, an denen auch Training sitzt — und dass das Feld dort zuerst gemessen hat, wo man Doping nachweisen wollte.

Was davon für deinen Alltag bleibt

Die ehrliche Zusammenfassung ist unbequem und kurz. Es gibt für AICAR und für SLU-PP-332 keine kontrollierte Studie an Menschen, die Laufleistung oder Zeit bis zur Erschöpfung misst. Es gibt Tiermodelle, Zellkulturen, eine systematische Übersichtsarbeit, die experimentelle Studien an Tieren und in Zellmodellen sichtet, und eine wachsende Zahl von Nachweisverfahren. Und es gibt einen Verfahrensstand, der mehr über die Marktgeschichte sagt als die Wirkdaten: Beide Stoffe wurden 2009 auf die Sperrliste gesetzt, nachdem AICAR in illegal vertriebenen Präparaten beschlagnahmt worden war.

Wer eine Strecke schneller laufen will, hat einen Weg, der in kontrollierten Studien am Menschen gemessen wurde: draussen laufen. Das ist frech, aber es ist die Datenlage. Wer die Moleküle selbst nachlesen will, statt sie zu kaufen, hat eine Sammlung aller zitierten Arbeiten: die Referenzseite zu AICAR und SLU-PP-332 sammelt die Primärstudien und die Analytik und sagt an jeder Stelle, wie viele Mause und wie viele Menschen dahinterstehen.

Woher die Zahlen kommen

  1. Pokrywka, Cholbinski, Kaliszewski, Kowalczyk, Konczak und Zembron-Lacny: Stoffwechselmodulatoren der Trainingsantwort, Doping-Kontrollanalyse eines PPAR-delta-Agonisten und AICAR. J Physiol Pharmacol 2014;65(4):469-476. (PMID 25179079, Übersichtsarbeit des Instituts für Antidoping in Warschau; AICAR und GW501516 kamen 2009 auf die Sperrliste der WADA, es gab in der Folge Beschlagnahmungen illegal vertriebener AICAR-haltiger Produkte)
  2. Musi und Goodyear: Die durch AMP-aktivierte Proteinkinase und den Glukoseaufnahme in den Muskel vermittelte Signalweg. Acta Physiol Scand 2003;178(4):337-345. (PMID 12864738, Übersicht; AICAR aktiviert die AMP-Kinase pharmakologisch, in isolierten Rattenmuskeln über einen insulinunabhängigen Mechanismus, in Nagern sinkt dabei der Blutzucker)
  3. Weihrauch und Handschin: Pharmakologische Ansprechung der Trainingsanpassung im Skelettmuskel, Nutzen und Fallstricke. Biochem Pharmacol 2018;147:211-220. (PMID 29061342, Übersicht; die Machbarkeit von Trainingsimitaten wird ausdrücklich als hochumstritten bezeichnet)
  4. Billon, Sitaula, Banerjee, Evans, Downes und Burris: Ein synthetischer Agonist der Rezeptoren ERR-alpha, -beta und -gamma löst ein ERR-alpha-abhängiges akutes aerobes Trainingsprogramm aus und steigert die Ausdauerkapazität. ACS Chem Biol 2023;18(4):756-771. (PMID 36988910, Mäuse; SLU-PP-332 wirkt auf alle drei ERR-Subtypen, mit der höchsten Potenz an ERR-alpha)
  5. Billon, Schoepke, Avdagic, Chatterjee, Butler, Elgendy, Walker und Burris: Ein synthetischer ERR-Agonist mildert das metabolische Syndrom. J Pharmacol Exp Ther 2024;388(2):232-240. (PMID 37739806, diätetisch fettleibige Mäuse und ob/ob-Mäuse; steigerter Energieumsatz, gesteigerte Fettsäureoxidation, geringere Fettmasse, verbesserte Insulinsensitivität)
  6. Xu, Billon, Wilderman, Qi, Rideb, Zhao und Zhang: Neue Pan-ERR-Agonisten verbessern Herzinsuffizienz über die Steigerung des Fettsäurestoffwechsels und der mitochondrialen Funktion. Circulation 2024;149(3):227-250. (PMID 37961903, Mausmodell mit druckbelasteter Herzinsuffizienz; SLU-PP-332 und SLU-PP-915 verbesserten Auswurffraktion, Fibrose und Ueberleben; ERR-gamma ist der Hauptvermittler; Zhang ist Mitgründer und Berater der Pelagos Pharmaceuticals)
  7. Moon, Becke, Berron, Becker, Sah, Benoni, Janke, Lubejko, Greig, Mattison, Duzel und van Praag: Die systemische Ausschüttung von Cathepsin B beim Lauf geht mit der Gedächtnisleistung einher. Cell Metab 2016;24(2):332-340. (PMID 27345423, Zellkultur und Menschen; AICAR behandelte Muskelfibroblasten-Kulturen gaben mehr Cathepsin B ab, bei Menschen stieg die Plasmakonzentration nach Laufbandtraining und korrelierte mit Fitness und Gedächtnis)
  8. Klein, Kleinert, Richter und Clemmensen: GDF15 bei Appetit und Training, wesentlicher Player oder Zufall? Endocrinology 2022;163(1):bqab242. (PMID 34849709, Übersichtsarbeit; neben Metformin und Colchicin wird AICAR als substanz genannt, die den zirkulierenden GDF15-Spiegel anhebt)
  9. de Souza-Lima J, Astrosa-Martin BD, Galaz-Rodríguez CA: Pharmakologische Aktivierung von ERR-alpha, -beta und -gamma als Trainingsimitation, systematische Übersichtsarbeit. Rev Med Chil 2026;154(2):237-245. (PMID 42024694, die Autoren haben die Literatur von 2020 bis 2024 gesichtet und experimentelle Studien an Tieren und in Zellmodellen eingeschlossen; die Schlussfolgerung fordert klinische Studien an Menschen)
  10. Ein oral wirksamer Agonist des Estrogen-Receptor-Related-Receptor, J Pharmacol Exp Ther 2026;393(1):103787. (PMID 41421047, Mause; SLU-PP-915 ist oral verfügbar, SLU-PP-332 nicht)
  11. Avliyakulov NK, Sobolevsky T, Ahrens E: Analyse und Identifizierung der In-vitro-Metabolite des Trainingsimitats SLU-PP-332, eines ERR-alpha-, -beta- und -gamma-Agonisten, für die Doping-Kontrolle. Drug Test Anal 2026;18(3):439-450. (PMID 41688415, gepoolte menschliche Leber-S9-Fraktionen, Flüssigchromatographie mit hochauflösender Massenspektrometrie, 22 Metabolite, Motivationslage Sportdoping)
  12. Möller T, Krug O, Thevis M: In-vitro-Stoffwechsel und analytische Charakterisierung von SLU-PP-332 und SLU-PP-915, neue Pan-ERR-Agonisten mit Doping-Potenzial. Rapid Commun Mass Spectrom 2026;40(8):e70039. (PMID 41588687, Flüssigchromatographie mit hochauflösender Tandem-Massenspektrometrie, menschliche Leber-S9-Fraktion und menschliche Lebermikrosomen, neun Metabolite von SLU-PP-332 und sieben von SLU-PP-915, Anti-Doping-Analytik)

Weiterlesen

Ernährung02. Nov. 2026

Glutamin und Antioxidantien bei Ausdauer: was die Studien wirklich messen

Die Glutamin-Metaanalyse von 2019 schloss 47 Studien ein, davon 25 in der Metaanalyse, und fand einen kleinen Gewichtseffekt von minus 1,36 Kilogramm — keinen Effekt auf die Leistung. Die Antioxidantien-Literatur geht den anderen Weg: Vitamine C und E dämpfen nach einer Übersichtsarbeit von 2016 Anpassungen des Ausdauertrainings, während sie die Leistung kaum bewegen.

Gesundheit31. Okt. 2026

Kombiniertes Training und Blutdruck: was die Meta-Analyse findet

20 Studien, 1.192 Teilnehmende mit Diabetes Typ 2 und Übergewicht: kombinierte Ausdauer- und Kraftsenkungen verbesserten systolischen und diastolischen Blutdruck, HbA1c und mehrere Entzündungsmarker. Die Autoren der Meta-Analyse stufen die Evidenz selbst als unsicher ein — und die Frequenz im Ruhemodus blieb unverändert.

Draußen29. Okt. 2026

Kälte und Leistung: zwölf Studien, 35 Kühlversuche, null klare Antwort

Zwölf Papers zu Temperatur und Höhenlage im Spielbetrieb, Qualität 6 bis 9 von 9, fast nur Männer: der Kälteschaden ist zwischen den Studien so verschieden, dass der Effekt von minus 0,96 bis minus 0,14 schwankt. Und eine zweite Review mit 35 Kühlversuchen findet bei rund drei von vier Studien einen Kraftverlust direkt nach dem Kühlen.

Kraft28. Okt. 2026

Krafttraining für Läufer: zwei randomisierte Studien, 60 Läufer, 10 und 12 Wochen

30 moderat trainierte Distanzläufer, 10 Wochen konkurrierendes Kraft- und Ausdauertraining: 2-km-Zeit minus 11,3 Sekunden, Ausdauerzeit bis zum Abbruch plus 59,1 Sekunden, Körperfett minus 1,05 Kilogramm, bei unveränderter Gesamt- und fettfreier Masse. Die zweite Studie mit 30 Männern über 12 Wochen trennt Kraft, Ausdauer und kombiniertes Training.

Wettkampf27. Okt. 2026

Carbo-Loading und Taper: was die Meta-Analysen wirklich messen

Eine Meta-Analyse von 61 Leistungsstudien mit 679 Personen: 82 Prozent zeigen einen signifikanten Vorteil durch Kohlenhydrate, aber der Effekt wächst signifikant mit der Belastungsdauer (p=0,0036). Und die Taper-Meta-Analyse sagt etwas Unbequemes — die Trainingsintensität abzusenken bringt nichts, das Volumen um 41 bis 60 Prozent schon.

Gelenke25. Okt. 2026

Laufen und Knie-Osteoarthritis: was 17 Studien mit Bildgebung messen

7194 Läuferinnen und Läufer gegen 6947 Nichtläufer: kein Unterschied in Röntgen- oder MRT-Befunden, dafür signifikant MEHR Knieschmerz bei den Nichtläufern. Und bei zehn Läuferinnen mit bestehender Arthrose steigen die T2-Werte im Knorpel nach 30 Minuten Lauf – bei den Gesunden nicht.

Erholung20. Okt. 2026

Ibutamoren: was der orale Wachstumshormon-Sekretagog auslöst – und was nicht

In einer randomisierten Studie an 32 älteren Erwachsenen stieg die mittlere Wachstumshormonkonzentration über 24 Stunden um 97 Prozent, der IGF-I-Spiegel in den Bereich junger Erwachsener – und der Nüchternblutzucker von 5,4 auf 6,8 mmol/l. Bei 563 Alzheimer-Patienten über zwölf Monate: kein Unterschied auf einem einzigen klinischen Maß.

Erholung17. Okt. 2026

Schlafdauer und Sehnenheilung: was 973 Patienten nach einer Sehnenreparatur zeigen

In einer prospektiven Kohorte mit 973 Patienten litten 88,4 Prozent vor einer arthroskopischen Sehnenreparatur an Schlafstörungen, nach zwölf Monaten noch 22 Prozent. Dazu eine systematische Übersichtsarbeit mit 25 Studien: Schlafverlängerung und Nickerchen wirkten, Schlafhygiene und Eisbad nicht. Und warum das keine Aussage über gesunde Läufer ist.

Wehwehchen23. Aug. 2026

Ruhetage sind Training

Der Satz klingt nach Kalenderspruch. Bei mir war er der Unterschied zwischen dauernd verletzt und drei Jahren durchlaufen.

Einsteigen02. Juni 2026

Couch to 5K, ehrlich erzählt

Was die Pläne versprechen, was bei mir wirklich passiert ist — inklusive der Woche, die ich dreimal wiederholt habe, und warum das völlig in Ordnung war.