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Gesundheit31. Oktober 2026 · 2 Min.

Kombiniertes Training und Blutdruck: was die Meta-Analyse findet

20 Studien, 1.192 Teilnehmende mit Diabetes Typ 2 und Übergewicht: kombinierte Ausdauer- und Kraftsenkungen verbesserten systolischen und diastolischen Blutdruck, HbA1c und mehrere Entzündungsmarker. Die Autoren der Meta-Analyse stufen die Evidenz selbst als unsicher ein — und die Frequenz im Ruhemodus blieb unverändert.

Ein Paar Kurzhanteln und ein zusammengerolltes Springseil auf einem hellen Betonboden neben einem zusammengefalteten weißen Handtuch und einer Edelstahl-Trinkflasche

Ausdauer allein, Kraft allein oder beides zusammen: In dieser Meta-Analyse ist die Kombination der Endpoint, der am breitesten über mehrere Systeme wirkt.

Kurz gesagtKombinierte Ausdauer- und Krafttrainings verbesserten bei Menschen mit Typ-2-Diabetes und Übergewicht Index des Körpergewichts, HbA1c, systolischen und diastolischen Blutdruck, C-reaktives Protein, Tumornekrosefaktor-alpha, Interleukin-6, kardiorespiratorische Fitness und Lebensqualität gegenüber Standardbehandlung. 20 Studien, 1.192 Teilnehmende, mittleres Alter 57 Jahre. Gegen die Autoren: unsicheres Verzerrungsrisiko und schlechte Evidenzqualität; die Herzfrequenz im Ruhezustand blieb unverändert.

Kombiniertes Training ist die am häufigsten empfohlene, am seltensten durchgeprobte Variante in der Fitnessszene: die meisten trainieren entweder Ausdauer oder Kraft, kaum jemand beides im selben Programm. Eine Meta-Analyse von 2024 in PeerJ hat die Frage mit den verfügbaren Mitteln beantwortet — und ihre Antwort enthält eine Warnung, die wichtiger ist als die Wirkung.

Was eingeschlossen wurde

Die Suche lief bis Mai 2023 über sechs Datenbanken, aus 21.612 gesichteten Arbeiten wurden 20 Studien eingeschlossen, mit Daten von 1.192 Teilnehmenden, mittleres Alter 57 Jahre (Standardabweichung 7). Alle hatten Typ-2-Diabetes und Übergewicht oder Adipositas. Ausgewertet wurde mit einem Zufallsmodell über standardisierte Mittelwertdifferenzen; das Cochrane- Werkzeug prüfte das Verzerrungsrisiko, GRADE die Evidenzqualität.

Der Befund

Gegenüber Standardbehandlung verbesserte die Kombination signifikant:

  • Körpergewichtsindex und glykiertes Hämoglobin
  • systolischer und diastolischer Blutdruck
  • C-reaktives Protein, Tumornekrosefaktor-alpha, Interleukin-6
  • kardiorespiratorische Fitness
  • Lebensqualität

Das ist eine breite Liste, über Kreislauf, Stoffwechsel, Entzündung und Selbstbericht. Ein Befund dieser Breite ist selten und wäre eine gute Nachricht — wenn nicht zwei Dinge im selben Absatz stünden.

Die zwei Dinge, die die Autoren selbst dazusagen

Die Herzfrequenz im Ruhezustand blieb unverändert. Ausgerechnet der Parameter, den man am leichtesten mit «der Puls ist gesunken» verkauft, hat sich nicht bewegt. Das ist kein Fehler in der Studie; es ist ein Ergebnis.

Verzerrungsrisiko unsicher, Evidenzqualität schlecht. Die Autoren haben beides selbst in die Meta-Analyse geschrieben. Und sie formulieren als ausstehende Arbeit, man brauche Studien mit robusterem Methodendesign, um die Beziehung zwischen Trainingsmenge und Ergebnis sowie die Trainingsparameter zu untersuchen.

Wenn eine Meta-Analyse von 20 Studien mit 1.192 Menschen selbst sagt, dass die Evidenzqualität schlecht und das Verzerrungsrisiko unsicher ist, dann ist der richtige Umgang mit dem Ergebnis nicht, es als Fakt zu zitieren, sondern es als Richtung zu lesen.

Was diese Daten nicht zeigen

Nicht, dass kombiniertes Training besser ist als nur Kraft oder nur Ausdauer. Die Meta-Analyse vergleicht mit Standardbehandlung, nicht mit den beiden Einzelformen. „Beides zusammen wirkt” heißt nicht „beides zusammen wirkt besser als eines davon”.

Nicht, wie viel Training man braucht. Die Autoren haben die Beziehung zwischen Trainingsmenge und Ergebnis ausdrücklich als noch zu untersuchend markiert. Aus 20 Studien lässt sich kein Schema ableiten.

Nicht, dass das für gesunde Menschen gilt. Population, Durchschnittsalter und Grunderkrankung sind genau die drei Dinge, die hier eingeschränkt sind.

Und nicht, dass die Effekte dauerhaft sind. Die eingeschlossenen Studien verliefen über Wochen bis Monate. Was danach passiert, steht in keiner der 20.

Woher die Zahlen kommen

  1. PeerJ 2024 — Effects of combined aerobic and resistance training on glycemic control, blood pressure, inflammation, cardiorespiratory fitness and quality of life in patients with type 2 diabetes and overweight/obesity: a systematic review and meta-analysis (PMID 38887616, systematische Recherche und Meta-Analyse in PubMed, Web of Science, Scopus, ScienceDirect, Cochrane Library und Google Scholar bis Mai 2023; das Cochrane-Werkzeug zur Verzerrungsrisiko und die GRADE-Methode wurden eingesetzt; ein Zufallmodell mit standardisierten Mittelwertdifferenzen und 95-Prozent-Konfidenzintervallen; von 21.612 gesichteten Studien wurden 20 eingeschlossen mit Daten von 1.192 Teilnehmenden im mittleren Alter von 57 Jahren mit 7 Jahren Standardabweichung; die kombinierte aerobe und Kraftverbesserung signifikante gegenüber Standardbehandlung bei Körpergewichtsindex, glykiertem Hämoglobin, systolischem und diastolischem Blutdruck, C-reaktives Protein, Tumornekrosefaktor-alpha, Interleukin-6, kardiorespiratorischer Fitness und Lebensqualität; es gab keine Unterschiede in der Herzfrequenz im Ruhezustand; ein unsicheres Verzerrungsrisiko und eine schlechte Evidenzqualität wurden unter den eingeschlossenen Studien festgestellt; die Autoren fordern Studien mit robusterem Methodendesign, um die Beziehung zwischen Trainingsmenge und Ergebnis sowie die Trainingsparameter zu prüfen)

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