Ich habe lange geglaubt, dass ein freier Tag ein verlorener Tag ist. Das ist die
Einstellung, mit der ich zweimal im Jahr sechs Wochen ausgefallen bin.
Was an einem Ruhetag passiert
Laufen ist der Reiz. Es beschädigt Muskulatur in kleinem Maßstab, entleert
Speicher, belastet Sehnen und Knochen. Die Anpassung — stärkere Sehnen, mehr
Mitochondrien, dichterer Knochen — passiert danach, und sie braucht Zeit und
Schlaf.
Wer den nächsten Reiz setzt, bevor die Anpassung fertig ist, addiert Schaden
statt Fortschritt. Das geht eine Weile gut. Es geht so lange gut, bis es das
nicht mehr tut, und dann sind es sechs Wochen.
Genau dieser AnpassungsSchritt ist übrigens der Punkt, an dem die Forschung zu
Reparaturpeptiden ansetzt — BPC-157 und TB-500 sind die beiden, um die es sich
dort dreht, und der direkte Vergleich der beiden
sagt vor allem eines: die Datenlage ist nach Gewebe sehr unterschiedlich.
Wie viele
Für die meisten, die drei- bis viermal pro Woche laufen: mindestens ein
kompletter freier Tag, und Laufen nie an mehr als drei Tagen hintereinander,
solange man nicht seit Jahren dabei ist.
Wichtiger als die Anzahl ist, dass leichte Tage wirklich leicht sind. Ein
lockerer Lauf, der zum Mitteltempo wird, ist kein Erholungstag mehr — nur fühlt
er sich so an, weil er kurz war.
Aktiv oder gar nicht
Beides geht. Ein Spaziergang, lockeres Radeln, Schwimmen — alles, was die Beine
bewegt, ohne sie zu belasten, ist an einem freien Tag völlig in Ordnung und
hilft mir gegen die Unruhe. Was kein Ruhetag ist: ein „lockerer” Lauf, eine
harte Krafteinheit oder drei Stunden Fußball mit Freunden.
Ein Ruhetag ist kein Tag ohne Bewegung. Es ist ein Tag ohne Aufprall.
Die Signale, bei denen ich zusätzlich pausiere
- Ruhepuls mehrere Morgen deutlich über normal.
- Schlecht geschlafen, mehrere Nächte.
- Beine fühlen sich am dritten Tag in Folge schwer an.
- Lustlosigkeit, die nicht Bequemlichkeit ist. Den Unterschied merkt man nach
ein paar Jahren.
- Irgendetwas zwickt, das letzte Woche nicht da war. Das ist der wichtigste.
Krankheit
Faustregel, die ich übernommen habe und die sich bewährt hat: Beschwerden
oberhalb des Halses — Schnupfen, leichter Halskratzen — und man kann locker
laufen. Beschwerden unterhalb — Husten, Gliederschmerzen, Fieber — und man
läuft nicht, Punkt. Bei Fieber ist das keine Vorsicht, sondern eine ernsthafte
Sache, und danach steige ich immer zwei Wochen tiefer wieder ein, als ich mich
fühle.
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· Nur für Forschungszwecke. Keine medizinische Beratung.